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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll nach Namibia reisen und für den Völkermord an den Herero und Nama um Vergebung bitten. Ein Termin steht noch nicht fest – doch Herero-Chief Rukoro plant schon jetzt Massenproteste gegen den Besuch.

Der traditionelle Herero-Chief Vikuii Rukoro hat Massenproteste gegen den geplanten Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Windhoek angekündigt, bei dem das Staatsoberhaupt offiziell um Vergebung für die deutschen Kolonialverbrechen im heutigen Namibia bitten soll. Sollte Steinmeier die Bitte um Entschuldigung im namibischen Parlament aussprechen, würden Oppositionspolitiker den Saal verlassen, sagte Rukoro der „Bild“-Zeitung vom Samstag. Zudem werde es vor dem Gebäude Massendemonstrationen der Herero und Nama geben.

„Ich werde Deutschland bloßstellen“, betonte Rukoro, der zu den führenden Kritikern des Versöhnungsabkommens zwischen Deutschland und Namibia zur Aufarbeitung der blutigen deutschen Kolonialgeschichte gehört. Er wolle Deutschland „der Peinlichkeit aussetzen, dass sie ein Abkommen geschlossen haben über den Genozid an Herero und Nama, das ratifiziert wurde von einem Parlament, das aus Swapo-Leuten und Ovambo besteht, die nichts über den Genozid wissen“, führte Rukoro aus.

Das in der vergangenen Woche bekannt gewordene Versöhnungsabkommen, in dem Deutschland erstmals die Gräueltaten sogenannter deutscher Schutztruppen an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 als Völkermord anerkennt, hatte unter Opfergruppenvertretern in Namibia eine Welle der Kritik ausgelöst. Geplant ist, dass Steinmeier im Zuge des Versöhnungsprozesses nach Namibia reist und dort im Namen Deutschlands offiziell um Vergebung bittet. Ein Termin für den Besuch steht noch nicht fest. Das Abkommen muss vom namibischen Parlament noch ratifiziert werden.

Vertreter der Herero und Nama beklagen unter anderem eine mangelnde Beteiligung von Opfergruppenvertretern an den Verhandlungen zwischen Berlin und Windhoek. Auch kritisierten sie, dass Deutschland den Nachfahren der Opfer keine direkte Entschädigung zahlt.

In dem Versöhnungsabkommen sind deutsche Wiederaufbauhilfen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro vorgesehen, die über einen Zeitraum von 30 Jahren ausgezahlt werden und vorrangig in soziale Projekte in den Siedlungsgebieten der Herero und Nama fließen sollen. Reparationen lehnt die Bundesregierung jedoch ausdrücklich ab. Sie vertritt den Standpunkt, dass sie rechtlich keine Verantwortung für den Völkermord übernehmen könne, weil die betreffende UN-Völkermordkonvention erst 1948 beschlossen worden sei.

Quelle


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