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Eine unheimliche Krankheit breitet sich weltweit aus – wird aber vom Ärztestand und der Schulmedizin geleugnet. Die Betroffenen leiden angeblich unter „Dermatozoen-Wahn“; im Internet kursieren unappetitliche Bilder und wilde Gerüchte. NEXUS sprach mit einem der wenigen Experten.

NEXUS: Noch einmal zum Thema Deutschland: Haben Sie als zentrale Anlaufstelle einen Überblick, wie groß die Betroffenen- bzw. Opferzahl ist? Können Sie konkrete Zahlen nennen oder eine Schätzung abgeben?

MN: Das ist schwierig. Im deutschsprachigen Raum gibt es vermutlich mehrere tausend Betroffene, die Dunkelziffer ist aber wahrscheinlich höher. Diejenigen, die die Krankheit schon haben, isolieren sich auch noch von der Gesellschaft, um ja niemanden anzustecken oder geächtet zu werden. Somit geht auch niemand an die Öffentlichkeit, um für sich zu kämpfen und zu propagieren, dass er eine ansteckende Krankheit hat.

Mancher Betroffene wird sich früher oder später, still und heimlich, in seinem Kämmerlein umbringen, ohne dass jemand weiß, warum er sich umbrachte. Ich kenne ein paar Fälle, darunter auch zwei aktuelle aus Bayern. Beide Personen haben sich – nach psychiatrischer Einweisung und Behandlungen – umgebracht.In Berlin und anderen Städten gibt es auch genügend Selbstmordfälle, aber die melden sich natürlich nicht bei mir und sagen, sie hätten vor, sich aufgrund dieser Krankheit umzubringen. Daher kann ich zu den offiziellen Opferzahlen nicht viel sagen. Viele, zu denen ich Kontakt hatte, sind nicht mehr zu erreichen, sodass ich einen Selbstmord vermute.

NEXUS: Können Sie sagen, ob die Krankheitsfälle in den letzten Jahren zugenommen haben? Melden sich mehr Leute bei Ihnen als früher?

MN: Ja, insbesondere jüngere Leute (20- bis 40-Jährige). Im Grunde ist es so: Jeder Betroffene muss erst einmal herausfinden, dass er diese Krankheit überhaupt hat. Diejenigen, die meine oder andere Websites finden, erkennen das anhand der typischen Morgellonssymptome, die dort genauer beschrieben werden. Wenn Fasern aus der Haut kommen und es kribbelt und juckt, dann sind das ganz spezifische Symptome.

Ich kenne auch viele Krankenpfleger, Krankenschwestern und auch Ärzte, die infiziert sind. Die Krankheit breitet sich in großen Städten schneller aus, also unter vielen Menschen, die meistens auch noch einen direkten Körperkontakt zueinander hatten. Deshalb ist das medizinische Personal und auch das Sexgewerbe geradezu prädestiniert für diese Krankheit. Ich sehe auch anhand meiner Webserverstatistik, wie viele Leute nach „Fasern in der Haut“ oder etwas Ähnlichem suchen und über Google dann auf meine Seite gelangen. Fakt ist, dass diese Erreger für immunschwache Lebewesen besonders infektiös sind. Das eigentlich Fatale an der Sache ist, dass jeder früher oder später einmal ein schwächeres Immunsystem aufweisen wird, sei es durch Stress, Krankheit oder Meno- und Andropause. Viele Betroffene haben zudem einen Mangel an roten Blutkörperchen, Eisen, Folsäure, Vitamin B12 und Serotonin.

Morgellons-Faser 9

Weißes Hyphengebilde auf schwarzer Hyphe

NEXUS: Sie haben ja bereits angeschnitten, dass es sich bei Morgellons laut Ihren Forschungen um einen Pilz handelt. Ich kenne aus dem amerikanischen Internet auch die Thesen, dass Morgellons von Chemtrails herrühren, genmanipulierte Pflanzen oder Nanopartikel beteiligt seien, sogar von der Ölpest war die Rede. Es gibt da die wildesten Verschwörungstheorien, doch Sie scheinen ja eher pragmatisch an die Sache heranzugehen.

MN: Ja, das muss man, auch um die noch verbliebenen, hilfsbereiten Ärzte zu überzeugen, die mit solchen Gerüchten nichts anfangen können. Nehmen wir einmal die Chemtrails als Beispiel. Ich hatte Bilder von Chemtrails auf meine Seiten gestellt, die mir die Leute weltweit zugeschickt hatten. Diese Zick-Zack-Sprühstreifen gibt es ja auch über Berlin und anderen deutschen Städten, man muss ja nur in den Himmel schauen. Ich hatte damals geschrieben, dass es hier eine Verbindung zu den Morgellons geben könnte, aber nur in dem Sinne, dass diese Polymerfasern, die per Chemtrails versprüht werden, natürlich auch in der Natur Erreger elektrostatisch anziehen können und diese Erreger sich dadurch auch besser über den Wind verteilen könnten. Nicht aber, dass sie die Ursache für Morgellons seien. Hinzu kommen die Chemikalien, die zusätzlich zu den Polymeren versprüht werden, um eine Wolkendecke zu bilden – keine Regenwolken, sondern ein graues Schild, bestehend aus diversen Partikeln, Chemikalien und statisch aufgeladenen Plastikfasern.

NEXUS: Ist das jetzt Ihre persönliche These, stammt das aus dem Internet, oder haben Sie in diese Richtung selbst geforscht?

MN: Ich habe selbst dazu geforscht, und muss dem Chemtrail-Pionier Clifford Carnicom widersprechen, der ja behauptet, dass Chemtrails die Verursacher der Morgellonserkrankung seien und auch Ufos involviert seien. Dies entbehrt jeder Grundlage. Ich habe Cliff und viele andere in der Szene schon oft kontaktiert und kann nur sagen: „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ Ich bleibe lieber Realist, auch wenn oft mehr als nur ein Körnchen Wahrheit hinter solchen Theorien steckt. Ich kam hinsichtlich der Chemtrails einfach zu anderen Ergebnissen als er, auch aufgrund meiner eigenen Proben und anderen wissenschaftlichen Quellen und Interviews. Mehr darüber kann man auf meinen Seiten nachlesen.

Man muss sich doch auch die Frage stellen: Warum sollten denn gerade die Chemtrails dazu verwendet werden, Parasiten über allen Städten zu versprühen, um z. B. die globale Überbevölkerung per Krankheitserreger zu reduzieren? Das Problem der globalen Erwärmung ist doch viel akuter, und warum sollte der Amerikaner zuerst seine eigenen Leute und Steuerzahler mit solch auffälligen Methoden schädigen wollen, anstatt seine offiziellen Feinde? Ich meine, es würde ja ein Tropfen von einem bestimmten Virus in den Wasserversorgungssystemen reichen. Das wäre um Einiges heimlicher, als mit vielen Flugzeugen kreuz und quer über jede Stadt zu fliegen. Es entbehrt jeder Logik. Allerdings kann das, was versprüht wird, tatsächlich Krebs verursachen. Man müsste dazu die Statistiken eruieren, wie viele Krebsfälle, vor allem Lungenkrebs, in Gegenden auftreten, wo Chemtrails versprüht werden. Ich kannte einige recht junge Menschen hier aus Augsburg und aus den USA, die alle früh an Lungenkrebs verstorben sind. Ich glaube, das hängt schon mit den Chemtrails zusammen.

Morgellons – Die mysteriöse Krankheit

Im Jahre 2002 wurde in den Vereinigten Staaten erstmals ein Fall der rätselhaften Krankheit namens »Morgellons« bekannt, später folgten auch aus anderen Ländern Meldungen dieser Hautkrankheit.

Es war die US-Amerikanerin Mary M. Leitao, die Morgellons in den Fokus der Medizin und Öffentlichkeit rückte. Es fing damit an, dass sie im Jahr 2002 bei ihrem Sohn wunde Stellen um den Mund bemerkte, die sich „wie von Käfern“ befallen anfühlten. Daraufhin untersuchte sie ihr Kind mit einem Mikroskop und entdeckte unter der Haut verschiedenfarbige Fasern, deren Herkunft sie sich nicht erklären konnte. Als sie dann in der medizinischen Fachliteratur nach ähnlichen Fällen suchte, fand sie eine Publikation aus dem Jahre 1674, worin der englische Philosoph und Dichter Thomas Browne ähnliche Hautsymptome beschrieb. 1682 stellte dann der deutsche Arzt Michael Ettmuller die These auf, dass Parasiten die Krankheit verursachen könnten. Ob es sich jedoch tatsächlich im 17. Jahrhundert um die selbe Hautkrankheit gehandelt hat, von der wir heute den Namen übernommen haben, ist nicht erwiesen.

Die Symptome sind sehr vielseitig:

● Fasern, Fäden oder schwarzes fadenförmiges Material in und auf der Haut

● Gefühl, als wenn etwas unter und auf der Haut krabbelt

● Hautausschläge oder Geschwüre mit sehr starkem Juckreiz

● Gelenkschmerzen

● Beeinträchtigung des Sehvermögens

● Schwere Erschöpfung

● Verhaltensveränderungen

● Konzentrationsprobleme und Verlust des Kurzzeitgedächtnisses

Die US-amerikanische nationale Gesundheitsbehörde »Center for Disease Control« (CDC) hatte im Januar 2008 gemeinsam mit der nationalen Krankenversicherungsgesellschaft »Kaiser Per-manente« eine Studie zur Erforschung des geheimnisvollen Krankheitsbildes durchgeführt. Die beteiligten Wissenschaftler konnten allerdings keine Aufklärung über Ursache oder Behand-lungsmöglichkeiten liefern. Beweise für eine Erkrankung durch Parasiten oder eine Erkrankung durch toxische Fasern konnten sie nicht feststellen. Resignierend nannte die CDC die Krankheit »Unexeplained Dermatopathy«, was auf Deutsch so viel wie »Ungeklärte Hautkrankheit« bedeutet. Zumindest konnten sie keinen Hinweis darauf finden, dass das Leiden infektiös sei und Ansteckungsgefahr bestünde. Fast 80 Prozent der daran Erkrankten waren Frauen und das Durchschnittsalter der Betroffenen lag bei 52 Jahren. In ihrer Studie halten sie ebenfalls fest, dass Morgellons in den USA überwiegend in Kalifornien, Texas und Florida aufgetreten sei, international waren zu jenem Zeitpunkt in 15 weiteren Ländern Fälle der rätselhaften Krankheit registriert.

Als der Pharmakologe Randy Wymore von der Oklahoma State University im Frühjahr 2005 von Morgellons erfuhr, schrieb er Betroffene an und bat sie um Proben, um sie zu analysieren. Er verglich sie mit den Materialfasern, mit denen der Mensch für gewöhnlich in Kontakt gerät, so beispielsweise auch von Baumwolle, Nylon, Teppich und Gardinen. Das Ergebnis war verblüffend: Die Fasern sahen völlig anders aus. Deshalb veranlasste Wymore eine gründlichere Analyse im forensischen Labor der Polizei von Tulsa, doch auch dort stand man vor einem Rätsel, seine Morgellons-Proben stimmten weder mit den 800 Stoffen in der dortigen Datenbank überein, noch mit einer der rund 85.000 bekannten organischen Verbindungen. Und das Mysterium wurde noch größer, denn als man eine der Morgellonsfasern auf über 600 Grad Celsius erhitzte, verbrannte sie nicht. Abschließend gestand Wymore ein, dass Morgellons tatsächlich etwas zu sein scheint, dass wir nicht erklären können.

Und da die Medizin bis heute keine Erklärung für dieses Krankheitsbild hat, wird sie kurzerhand als eine psychische Störung klassifiziert.

Quelle :https://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/morgellons-die-buechse-der-pandora-ist-geoeffnet/4


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